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Zahlenspiele beim Energiesparen
Montenegro – ein kleines Land mit dem die Steiermark in Zukunft rechnen kann?
Der mit 13.800 km2 relativ kleine Staat Montenegro steht vor einer großen Herausforderung: Es gilt mit den ca. 650.000 Einwohner (plus ca. 50.000 Flüchtlinge) eine marktwirtschaftlich orientierte Wirtschaftsordnung einzuführen und die montenegrinischen Betriebe Schritt für Schritt an die westlichen Qualitätsstandards heranzutasten. Welche steirischen Unternehmen von der „ersten Stunde“ an dabei sind, welche konkreten Projekte im Holzbau bereits umgesetzt werden,mit welchen zum Teil fast unglaublichen Zahlen man in Montenegro rechnen muss und welche Chancen sich für österreichische Betriebe dadurch ergeben erfahren Sie hier.
Beginnen wir mit einem Rechenbeispiel: Ein durchschnittlicher Montenegriner verdient ca. 1.500 bis 2.000 Euro netto pro Jahr. Nur die Heizkosten für ein Einfamilienhaus betragen jährlich ca. 300 Euro – dabei wird fast immer nur ein einziger Raum beheizt – die restlichen Räume werden mit Strom einigermaßen warm gehalten. Die Heizkosten machen also 25 – 30 % des Jahresverdienstes einer montenegrinischen Familie aus! Noch ein Beispiel: Ein erheblicher Kostenfaktor beim Hausbau ist die Dämmung: Der Quadratmeter Dämmmaterial kostet in Montenegro bei einer Stärke von ca. 5 cm um die 4,80 Euro – das entspricht eine Kubikmeterpreis von ca. 96 Euro! In Österreich hingegen zahlt man im Schnitt pro Kubikmeter 25 Euro – daraus ergibt sich ein Preisunterschied von über 400 %! Was bedeuten diese Zahlen für die Zusammenarbeit von steirischen und montenegrinischen Betrieben? Genau – die große Chance im Holzbau liegt im Bereich „Energiesparen“!

Passivhäuser als Chance
Eine mögliche Lösung für diese Situation wäre sicher der Einsatz von Niedrigenergie- und Passivhaus-Technologie. Vor allem könnten dadurch die extrem hohen Heizkosten eingespart werden. „Im Norden von Montenegro finden wir landschaftlich gesehen eine ähnliche Ausgangssituation wie in Österreich. Das heißt, das Land ist holzreich und ist eigentlich prädestiniert für Projekte im Passivhausbereich“ erklärt Clusterpartner Vinzenz Harrer von der Firma Harrer. Er zählt zu den steirischen Pionieren, die in Montenegro in Kürze die ersten steirischen Holzbauten in Passivhaustechnologie umsetzen werden. Konkret geht es dabei um den Bau von zwei Schutzhütten im Norden des Landes. Für montenegrinische Betriebe, die bisher im Holzriegelbau großteils eine Wandstärke von nur 5 cm eingesetzt haben, ist das natürlich eine große Herausforderung! „Es geht bei diesem Projekt nicht nur um die Umsetzung von Schutzhütten. Wichtig ist auch ein Technologietransfer von österreichischen zu montenegrinischen Firmen. Dabei könnte, um eine noch bessere Zusammenarbeit zu gewährleisten, sogar die Gründung eines Holzclusters nach steirischem Vorbild ein gemeinsames Ziel sein. Wichtig ist auf jeden Fall, dass die lokalen Betriebe mit eingebunden werden und dadurch ein beachtlicher Teil der Wertschöpfung in der Region bleibt“ erklärt Ing. Joachim Reitbauer vom Holzcluster Steiermark. Ziel muss auch sein, dass durch diese regionale Clusterarbeit nicht nur Betriebe gefördert und geschult werden, sondern auch die Handelsbeziehungen zwischen österreichischen und montenegrinischen Firmen organisiert werden. Es gilt weiters durch die Organisation des Clusters den Holzverbrauch und die Bewirtschaftung der Wälder zu fördern. „Die Bildung eines Clusters entlang der ‚Wertschöpfungskette Holz´ ist für die nachhaltige Umsetzung der Arbeit von entscheidender Bedeutung“ ist Joachim Reitbauer überzeugt.

Synergie Holz und Tourismus
Ein wichtiger Wirtschaftszweig, der sich in Montenegro aus der natürlichen Schönheit und Vielfalt des Landes ergibt, ist der Tourismus. Ähnlich wie in der Steiermark könnte also die Synergie Holz – Tourismus in Zukunft noch viel mehr genutzt werden.
Fassen wir am Schluss noch einmal kurz zusammen: Die derzeitige Technologie in Montenegro ist auf Grund des fehlenden Know-Hows nicht für den Bau von energieeffizienten Gebäuden geeignet. Es gibt noch keine Erfahrung mit dem Einbau von Wärmedämmung und mit der Herstellung von luft- und winddichten Gebäudehüllen. Und die für das Betreiben von Gebäuden benötigte Energie ist äußerst teuer!
Was ist nun die nachhaltige Chance für österreichische Betriebe? Ist es wirklich nur der Import von billigeren Dämmstoffen? Oder sind es Gesamtlösungen und Technologien, die professionelles, energiesparendes Bauen ermöglichen? Der Holzcluster Steiermark und proHolz Süd sind auf jeden Fall für gemeinsame Unternehmensprojekte bereit!
Nähere Informationen zum montenegrinischen Markt: Frau DI Visnja Jurnjak jurnjak@holzcluster-steiermark.at +43(0)316/58 78 50-213
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