Energie
Biomasse
Holzbau
Fachkräfte
Technisches Niveau
Struktur Holzindustrie
Forstwirtschaft
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Das Land Montenegro
Montenegro ist einfach herrlich: Wer kennt sie nicht, die Postkartenstimmung mit blauem Meer, malerischen, mediterranen Städten und heimeligen Lokalen, in denen sich Persönlichkeiten wie Sophia Lauren oder der europäische Hochadel tummeln.
Das zweite Gesicht dieses kleinen Landes ist ein anderes: Karstige Gebirgszüge mit knapp 2.500 m, die letzten Urwälder Europas, stille Bergseen, einsame Wanderwege und Klettergebiete, tiefe Schluchten und Nationalparks, die diese einmaligen Schätze erhalten.
Wirtschaftlich betrachtet ist Montenegro ein kleines Land im Süd-Osten Europas mit 13.800 km2 Fläche und 650.000 Einwohner, dessen zukünftige Haupteinnamequelle sicher der Tourismus sein wird. Davon konnten sich auch die 20 Teilnehmer der Fachstudienreise von 3. bis 6. September 2007 überzeugen.

Energie - Einsatz von Biomasse
Eines der wichtigsten Zukunftsthemen ist Energie. Nicht nur dass in einigen Regionen in Betrieben bei der 8-stündigen Schicht bis zu 10 x der Strom ausfällt. Auch Privatpersonen kämpfen mit hohen Kosten und schlechter Versorgung. Denn trotz der drei Wasserkraftwerke und einem Kohlekraftwerk ist Montenegro hauptsächlich Stromimporteur. Abhilfe sollen die fünf Wasserkraftwerke schaffen, die zur Zeit gebaut werden.
Übrigens: Die Energiekosten sind im Schnitt gleich hoch wie in Österreich, der durchschnittliche Montenegriner verdient aber nur ca. 15 – 20 % unseres monatlichen Einkommens.
Gas ist in Montenegro nicht vorhanden. Die meisten Häuser werden mit Strom oder Holz beheizt. Eine mögliche Lösung wäre der Einsatz von Biomasseheizungen, sprich Hackgut oder Pellets, denn Sägerestholz bleibt im Moment großteils ungenutzt. Bei Gesprächen mit Betrieben und politischen Entscheidungsträgern hat sich gezeigt, dass das grundsätzliche Bewusstsein, Biomasse einzusetzen, vorhanden ist. Erste kleine Brikettieranlagen sind schon im Einsatz.Einige Unternehmen der Holzindustrie haben vor, in die Pelletsproduktion zu investieren. Davor gilt es aber, die breite Öffentlichkeit, sprich die Bevölkerung von Montenegro, von den Vorteilen dieser Energieform zu überzeugen. Biomassekessel sind in Montenegro zur Zeit noch extrem teuer, Förderungen für Einzelhaushalte sind laut Ministerium noch nicht angedacht. Internationale Unterstützung und Know-How ist in diesem Bereich sicher notwendig!
Die meisten Häuser werden mit Strom oder Holz beheizt. Eine mögliche Lösung wäre der Einsatz von Biomasseheizungen, sprich Hackgut oder Pellets, denn Sägerestholz bleibt im Moment großteils ungenutzt. Bei Gesprächen mit Betrieben und politischen Entscheidungsträgern hat sich gezeigt, dass das grundsätzliche Bewusstsein, Biomasse einzusetzen, vorhanden ist. Erste kleine Brikettieranlagen sind schon im Einsatz.Einige Unternehmen der Holzindustrie haben vor, in die Pelletsproduktion zu investieren. Davor gilt es aber, die breite Öffentlichkeit, sprich die Bevölkerung von Montenegro, von den Vorteilen dieser Energieform zu überzeugen. Biomassekessel sind in Montenegro zur Zeit noch extrem teuer, Förderungen für Einzelhaushalte sind laut Ministerium noch nicht angedacht. Internationale Unterstützung und Know-How ist in diesem Bereich sicher notwendig!

Holzbau
Am Holzbausektor ist im Moment nur das klassische montenegrinische Blockhaus präsent. Holzriegelkonstruktionen sucht man vergebens. Der Vorschlag, größere Hallenkonstruktionen aus Holz zu bauen, rief das eine oder andere Schmunzeln hervor. Dämmung ist nur spärlich vorhanden, wertvolle Energie geht verloren. Aber Dämmstoffe sind, gleich wie Strom, extrem teuer. Das Bewusstsein, Energie durch gezielte Dämmung zu sparen, ist noch nicht da, viele Mitarbeiter haben noch nie mit hochwertigem Dämmmaterial gearbeitet und können nicht damit umgehen. Es fehlt an handwerklichem Know-How.
Mangel an Fachkräften
Und hier kommen wir zu einem der Hauptprobleme der montenegrinischen Forst- und Holzwirtschaft: Dem Mangel an Fachkräften. Es gibt fast keine Qualifizierungsprogramme für die Holzbranche, die meisten Betriebe bilden ihre Mitarbeiter zum Teil in Kooperation mit dem Arbeitsamt selbst aus. In einigen Fällen gibt es eine erste Zusammenarbeit mit Universitäten, wo Studenten zusätzlich zu den Vorlesungen direkt in den Unternehmen den Umgang mit dem Rohstoff Holz lernen.
Technisches Niveau
Ein weiteres Problem ist das zum Teil noch relativ niedrige technische Niveau. Natürlich leidet in vielen Fällen die Qualität der Endprodukte unter der fehlenden technischen Ausstattung. Es gibt meist keine selektive Holzverarbeitung, sprich es erfolgt keine Vorselektion, in welchen Bereichen das jeweilige Rundholz am besten eingesetzt werden könnte. Grund für diese Entwicklung ist oft die unkompetente Privatisierung der ehemals staatlichen Betriebe. Kredite sind mit ca. 8 % Zinsen sehr teuer. Investoren und internationale Partner werden dringend gesucht. Und eines hat sich klar gezeigt: Die montenegrinischen Betriebe WOLLEN investieren, wie aus vielen Gesprächen entnommen werden konnte.
Tourismus, Schulen und Wohnungen
Einer der wichtigsten Abnehmer für Holzprodukte ist der Tourismus. Erste Hüttendörfer aus Holz-Blockbauten wurden bereits im Rahmen eines amerikanischen Entwicklungsprogramms in den Nationalparks errichtet. Die ersten Hotels mit Fassade, Innenausbau und Einrichtung aus Holz sind gut gebucht, und das vor allem im gebirgigen Norden!
Auch der Markt für Schulen und Wohnungen wird sich in den nächsten Monaten und Jahren äußerst positiv entwickeln.
Wichtig für proHolz und den Holzcluster Steiermark ist, von Anfang an den Kontakt mit montenegrinischen Unternehmen und Entscheidungsträgern zu pflegen und somit den österreichischen Unternehmern mögliche Marktchancen herauszuarbeiten und den Markteintritt zu erleichtern.
Struktur Holzindustrie:
16 Großbetriebe in der Holzindustrie (davon 9 Betriebe, die kontinuierlich arbeiten, die restlichen Unternehmen arbeiten nur saisonal; zwei der 9 Betriebe sind noch in staatlicher Hand)
200 offizielle kleine Sägewerke (legale Betriebe)
Ca. 300 illegale kleine Sägewerke
Potenzial an Schnittholz: 450.000 – 480.000 m3 jährlich
Ca. 77 % der Wälder werden genutzt (Rest: Quellschutzgebiete und Nationalparks)
60 % des Zuwachses werden genutzt
Forstwirtschaft
Für die Nutzung des Staatsforstes werden in Montenegro an Unternehmen Konzessionen vergeben.
5 Großbetriebe haben eine Konzession auf 10 Jahre, 1 Betrieb hat eine 30-jährige Konzession, alle anderen Betriebe bekommen nur einjährige Konzessionen.
Ziel ist, in Zukunft nur mehr 20 – 30-jährige Konzessionen zu verteilen, um den Betrieben die Planung zu erleichtern.
LINKS:
Bilder der Fachstudienreise Montenegro
Betriebe die bei der Fachstudienreise besichtigt wurden
ADA – Austrian Development Agency
Nationalpark Bjelasica & Komovi
ADA – Austrian Development Agency
Nationalpark Bjelasica & Komovi
Bilder der Fachstudienreise Montenegro
Betriebe die bei der Fachstudienreise besichtigt wurden
ADA – Austrian Development Agency
Nationalpark Bjelasica & Komovi
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